Wieder dahoam, endlich der Arzt vom Phil, endlich volljährig und knietief im Establishment

Zefix, es ist zweieinhalb Jahre her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Ich bin zurück nach Barcelona gegangen, hab da Deutsch doziert und meine Diss* fertiggestellt. Dann war er plötzlich da, der Doktortitel (Dr. phil. Alfons Josef Tensfelder) und die Chance in Regensburg am Lehrstuhl einen festen und für meine beschissenen Verhältnisse gut bezahlten Job zu bekommen. Und ich hab zugeschlagen und bin heim nach Bayern (wenn auch Oberpfalz). Und zu allem Überfluss bin ich heut - also am Sonntag - auch noch satte Fünzig geworden. Und damit ist es wohl oder übel passiert: Ich gehör zum Establishment. Und das Schlimmste ist: ich hau nur noch die Irmi z'sam (neubairisch für "flachlegen"). Monogam bis der sprichwörtliche Arzt kommt. Die Irmi ist mir nach Barcelona hinterherzogen und jetzt wieder zurück nach Regensburg. Jetzt arbeitets an der Uni als Sekretärin vom Greule, dem alten Linguistik-Indiana Jones. Aber zum Thema Monotheismus, äh -gamie, ist das letzte Wort hoffentlich noch nicht gesprochen.

Was war denn bei euch so los? Ich hab gehört, der Poodle hat sich verabschiedet und vom Ratzlmeier und dem Burnse hört man auch nur noch alle Jubeljahre was. Ich selbst befand die Internetschreiberei zuletzt als ziemlichen Scheißdreck. Vor allem wenn's so warm draußen ist wie z'Barcelona. Dass ich mich jetzt wieder an mein Notenbuch setze, hat vielleicht auch was mit Establishment zu tun. Sogar Emails les ich wieder. Wegen meinen Studenten, die mir ständig Termine neidrucka wollen. Aber da hamsa sich brennt, weil ich nämlich nachmittags nix mehr arbeiten mag am Institut. Kann ich daheim bei einem gemütlichen Pilserl und einer Javanse Jonsen-Zippe auch machen. Aber was ich eigentlich sagen wollt: A bisserl freudloser gehen die Gänge hier in Regensburg, aber das mag an dem ewigen Nebel liegen und dem depperten Dom, die so schwer auf dem Stadtbild lasten. Möglicherweise liegt's auch an dem Establishment oder generell am Wetter im Deutschlund.

Wo war ich stehnbliebn? Ach ja, in Regensburg. Mei, hier ist alles beim Alten. Dass dauernd neue Cocktailkneipen-Franchises aufmachen, der Texmex hier wohl nie aussterben wird und der Jost in der Galerie immer noch die schärfsten Hasen bedienen lässt, gehört zum Alltag wie die Tatsache, dass immer noch und wieder gewählt da depperte Schaidinger im Rathaus sitzt. Schaidinger, Schaidinger, wenn ich den Nama schön hör. Da fischelts im Gehörgang. Pfui Deifi. Ich wohn ja mittlerweile in Stadtamhof drübn und hab ihn schon ein paar Mal auf der Steinernen Brücke getroffen. Mia grüßen uns, aber mögn tun wir uns nicht. Ich weiß auch nicht, warum die Sozis bei uns seit der Christa Meier keinen Fuß mehr auf den Boden bringen. Als alter linker Innenverteidiger überleg ich, ob ich wieder mal regional bei den Genossen einspringen soll. Aber am End werd ich noch Bürgermeister, so established wie ich grad bin.

Ah, vielleicht interessiert euch ja, was ich grad so dozieren tu. Das Wintersemester ist ja vorbei, aber fürs Sommersemester hab ich einen Knaller in petto:

"Sublime Ernährungs- und Wellness-Tipps in Gotthelfs Schwarzer Spinne im Zuge des Deutschen Biedermeier als Vorläufer der postmodernen Wohlfühl-Zwangsgesellschaft."

Sodala, und etzad mal schauen, ob den Mist hier überhaupt noch jemand liest. Wer als Erster kommentiert, dem zahl ich a Halbe Kneitinger. Aber nicht den Bock, der ist recht bitter. Dann lieber den Palmator. Ach ja, der Starkbieranstich aufm Adlersberg war mau dieses Jahr. Nur eine Alkoholvergiftung. Früher ham mia da oben alles vollkotzt. Da blieb keine Bierbank trocken. Aber die Jugend von heut. Die bringt sich entweder um, (so wie 96 oder wann genau des war) oder bleibt gleich ganz nüchtern. Anyway, schlaft's guat und schaut's mal wieder rein im Establishment-Blog vom Fonserer.

*"Der korrelierende Niedergang des regionalen Idiolekts mit der kulturellen Zentralisierung einer sprachlichen Normierung rund um deutsche Ballungsräume, mit Rücksicht auf Jugendkultur und Lehnwortproblematik. Ein sprachwissenschaftlicher Paradigmenwechsel. Von Alfons Tensfelder Jr."
brittbee - 31. Mrz, 12:16

dirty ol' bastard, good to see you're back.

Fons Tensfelder - 31. Mrz, 12:18

Die Halbe geht an dich, Britz!
rationalstürmer - 1. Apr, 00:02

Na Pfiatdigott, so lang is des etz scho her, des mog ma ja fast net glaum. Aber es is scho so, Fonse, dass fast überhaupts nix mehra is, wias amoi war. So vageht die Zeit. Aber grad schee, dass´ di no gibt. Im Herzerl drin gfreid ma si. Und as Estäblischmennt is aa ned grad des Schlechteste. A warme Suppn aufd Nacht und a Hoibe oda zwoa, ohne dassd´das dabettln muaßt - was mechst mehra.

Fons Tensfelder - 1. Apr, 01:24

Ich mag keine Suppen außer die Griasnockerlvariante. Den ganzen Ayuveda-Suppen-Gschmarre kann sich die Irmi einverleiben, ich nehm die Biersuppe vom Knei. Schön, dass'd einaschaust, Ratze.
saoirse - 1. Apr, 00:14

des is ja der wahnsinn is ja des! nach so langer zeit! welcome back, alfonsus!

Fons Tensfelder - 1. Apr, 01:24

Ich kanns ja selbst kaum glauben.
stilhäschen - 1. Apr, 10:57

Des is gscheid! Und vor allem, daß'D scho gesdern do warst, des macht Hoffnung. Oida Wiedergänga. Willkommen zurück.

Fons Tensfelder - 1. Apr, 11:43

ein müßig gehender Wiedergänger. Das hau ich mir auf ein T-Shirt. Da wird die Fachschaft Aung macha.
r0ssi - 1. Apr, 10:59

klasse, da hätte ich ja zuletzt mit gerechnet!

Fons Tensfelder - 1. Apr, 11:43

wer zuletzt lacht, gell, rossi..
neo-bazi - 2. Apr, 15:35

Also ich für meine Person hab grad dem muffligen Establishment wieder entsagt und mich vorläufig voll der Askese verschriebn.

Aber jeder wie er meint, daß er soll. Nur das mit der Irmi und der Monotonie gefällt mir gar nicht, da scheint mir hin und wieder ein Paradigmenwechsel dringend angeraten. Alleine schon aus Nachhaltigkeitsgründen.

Fons Tensfelder - 6. Apr, 11:50

Hoffentlich liest d'Irmi nicht mit, aber mir is manchmal auch a wengerl fad.

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